Wie alles begann
Die Geschichte der Urmenschenforschung beginnt 1856 mit dem Fund des ersten Neandertalers in der Kleinen Feldhofer Grotte bei Düsseldorf im namensgebenden Neandertal. Zu dieser Zeit war es alles andere als selbstverständlich, die heutigen Menschen als Nachfahren affenähnlicher Vorläufer zu betrachten. Die Mehrheit ging in Anbetracht der christlichen Schöpfungsgeschichte davon
aus, dass es fossile Menschen prinzipiell nicht geben konnte. So wurden die Neandertaler zunächst nicht als Urmenschen gedeutet, sondern von namhaften Naturforschern und Medizinern als Mitglieder einer primitiven Rasse oder gar als kranke oder missgebildete Jetztmenschen eingestuft.
Heftige Debatten um die Deutung
Dies änderte sich erst mit der Veröffentlichung der Evolutionstheorie durch Charles Darwin im Jahre 1859. Nach anfänglich heftigen Debatten und Angriffen gegen die evolutionäre Deutung des Fundmaterials setzte sich schließlich mehr und mehr die Meinung durch den Neandertaler als fossilen Menschen zu klassifizieren. In den folgenden Jahrzehnten wurden in ganz Europa weitere Knochen von Neandertalern entdeckt. Zunächst wurde die "Wiege der Menschheit" in Europa platziert, wofür der im Jahre 1912 in Sussex/England gefundene "Piltdown Man" sprach. Fossilien aus Java und China sowie der Fund des afrikanischen "Taung-Kindes" im Jahre 1924 wurden aus politischen Gründen weitgehend ignoriert. 1953 wurde der "fossile Engländer" als Fälschung entlarvt – ein Menschenschädel, kombiniert mit Orang-Utan-Unterkiefer und Schimpansenzähnen! Nun wurde die Wiege schleunigst nach Asien verlegt, wo der Niederländer Eugène Dubois auf Java bereits 1891 hominine Fossilien gefunden hatte.
Afrika, Zentrum der Forschung
Das Alter afrikanischer Funde und neue wissenschaftstheoretische Ansätze führten nach 1950 dazu, dass Charles Darwins Prophezeiung eines afrikanischen Ursprungs des Menschen aus dem Jahre 1859 durch reale Beweise belegt werden konnte. Vor- und Frühmenschenfossilien mit einem Alter von 7 bis 1,8 Mio. Jahren wurden bisher ausschließlich in Afrika gefunden. Demzufolge konzentriert sich die Suche nach den Ursprüngen der Menschheit seit Mitte der 1990er-Jahre auf den afrikanischen Kontinent. Die Senckenberg-Wissenschaftler Prof. Friedemann Schrenk und Dr. Ottmar Kullmer sind in Malawi und Äthiopien der Entstehungsgeschichte des Menschen auf der Spur.
Fundstelle im Afrikanischen Graben
Afrika gilt heute als Wiege der Menschheit. Auf diesem Kontinent finden sich die mit Abstand ältesten Überreste unserer Vorfahren. Während die ältesten Hominidenfunde in Afrika bis zu 7 Millionen Jahre alt sind, sind Hominidenfunde außerhalb Afrikas bislang maximal 1,8 Millionen Jahre alt. In Afrika sind die geo
logischen Bedingungen besonders günstig, überhaupt an die Gesteinsschichten zu gelangen, in denen die Fossilien enthalten sind. Grund dafür ist das sogenannte Afrikanische Grabenbruchsystem, ein Riss in der Erdkruste, der sich heute als viele Kilometer breites Tal vom Roten Meer durch ganz Ostafrika bis hinunter nach Mosambik erstreckt. Vor etwa 30 Millionen Jahren drückten flüssige Gesteinsmassen aus dem Erdinneren auf ein mehrere hundert Quadratkilometer großes Gebiet unter dem heutigen Äthiopien. Die Erdkruste wölbte sich auf und brach im Verlauf von Millionen Jahren langsam auseinander. Jedes Jahr und kaum merklich vergrößert sich das Afrikanische Grabenbruchsystem ein klein wenig. Fossilien führende Gesteinsschichten kommen so zutage, die sonst unerreichbar hunderte von Metern tief unter der Erde begraben wären. Die in der Ausstellung nachgebildete Grabungsstelle befindet sich mitten im Afrikanischen Graben.
| Dienstag - Sonntag | 10 - 18 Uhr |
| Letzter Einlass | 17 Uhr |
| Kinder bis 5 Jahre | frei |
| ermäßigt: Kinder (6 bis 15 J.) | 3,00 € |
| Rentner, Studenten, Schüler | 3,00 € |
| Erwachsene (ab 16 J.) | 6,00 € |
| Familienticket | 15,00 € |
| Audioguide | 2,00 € (+10,00 € Pfand) |